‹ Alle Beiträge

· 7 Min. Lesezeit

QR-Speisekarte gestalten: eine Karte, die Gäste wirklich lesen

Der QR-Code ist der einfache Teil. Den erzeugt jeder Generator in zehn Sekunden, und scannen wird er auch. Ob deine Gäste die Karte lesen oder nach vier Sekunden wieder wegwischen, entscheidet sich hinter dem Scan. Deshalb fängt dieser Leitfaden nicht beim Code an, sondern dort, wo das Geld liegt: beim Aufbau, bei den Texten, den Preisen, den Fotos, den Allergenen — und erst zum Schluss beim Druck. Wer eine QR-Speisekarte gestalten will, die wirklich funktioniert, arbeitet in dieser Reihenfolge.

Speisekarte gestalten: für den Daumen, nicht für DIN A4

Eine gedruckte Karte liest man auf Armlänge, alles auf einmal. Eine digitale Karte liest man durch ein Fenster in Bierdeckelgröße, Scroll für Scroll, meistens während am Tisch weitergeredet wird. Dieser eine Unterschied sollte dein Layout verändern. Rubriken müssen kurz genug sein, um sie ohne zweites Scrollen zu erfassen, und so heißen, wie ein hungriger Mensch sucht: Vorspeisen, Pasta, Offene Weine. Kreative Rubriknamen wie „Aus dem Garten“ kosten dich in jeder Schicht Bestellungen.

  • Ganz nach oben kommt die Rubrik, aus der am meisten bestellt wird — mittags die Hauptgerichte, in der Bar die Getränke. Tagesempfehlungen stehen immer zuerst.
  • Fünf bis neun Gerichte pro Rubrik sind ideal. Längere Listen werden überscrollt statt gelesen.
  • Halte die ganze Karte möglichst unter vierzig Positionen. 120 Gerichte sind keine Speisekarte mehr, sondern ein Katalog.
  • Sind Speisen und Getränke beide lang, gib jedem eine eigene Karte — zwei kurze schlagen eine endlose (mehrere Karten gehören zum Premium-Tarif).

Beschreibungen, die das Gericht verkaufen

Zwei Zeilen. Mehr Budget hast du nicht. Eine Beschreibung, die über fünf Zeilen läuft, wird übersprungen, und alles ab Zeile drei ist Dekoration. Nutz die zwei Zeilen für das eine, was nur deine Küche behaupten kann. Frisch, hausgemacht und lecker sagt jeder Laden in der Straße — genau deshalb tragen diese Wörter nichts. 40 Tage gereift, sechs Stunden im Ofen, das Ragù nach dem Rezept aus Bologna: das gehört dir.

Nenne die Zutat, die man sich vorstellen kann, die Zubereitung oder die Herkunft. Verzichte auf das komplette Rezept: eine vollständige Zutatenliste macht aus der Beschreibung eine Inventur und wiegt Gäste mit Allergien in falscher Sicherheit — dafür ist die Allergenkennzeichnung da. Und wenn du ein Foto oder PDF deiner alten Karte hochlädst und die KI-Erkennung daraus Rubriken, Gerichte und Preise entwerfen lässt: nimm den Entwurf als Rohmaterial. Die Struktur steht in Minuten, den Ton gibst du.

Preise dorthin, wo der Blick schon ist

Preise gehören in dieselbe Zeile wie das Gericht oder direkt darunter. Punktlinien, die auf Papier den Blick nach rechts führen, brechen auf schmalen Displays. Und versteck nie einen Preis hinter einem Klick: Wer erst ein Gericht öffnen muss, um den Preis zu sehen, geht davon aus, dass die Antwort teuer lautet.

  • Zuschläge klar benennen: Brot, Terrassenzuschlag, Aufpreis für das größere Stück.
  • Wird pro 100 g oder pro Person berechnet, steht das in derselben Zeile wie die Zahl.
  • Einheitlich runden. 12,00 und 12 in einer Rubrik gemischt wirkt schlampig.
  • In Tourismuslagen lohnt sich Mehrwährung: Preise lassen sich automatisch umrechnen oder je Währung selbst setzen, damit Gäste sofort eine Zahl sehen, die sie einordnen können.

Fotos: weniger, besser, nie von allem

Ein gutes Foto verkauft ein Gericht. Ein schlechtes begräbt es — und schlechte entstehen leicht: Blitz von oben, ein Teller, der schon kalt ist, ein Bier, das aussieht wie jedes andere Bier. Fotografiere die sechs bis acht Gerichte, die du wirklich verkaufen willst, auf dem Geschirr, das du wirklich servierst, bei Tageslicht am Fenster, ungefähr aus dem Winkel, in dem ein sitzender Gast den Teller sieht. Dann hör auf. Einheitlichkeit schlägt Qualität: Acht Bilder im gleichen Stil sehen nach Speisekarte aus, zwanzig in fünf Stilen nach Gruppenchat. Der Rest bleibt reiner Text — eine Leerstelle wirkt bewusst, ein schlechtes Bild nachlässig. Fotos sind außerdem das Schwerste auf der Seite, und eine langsame Karte ist eine geschlossene Karte.

Allergene und Ernährungshinweise gehören ans Gericht

Die EU-Verordnung 1169/2011, in Deutschland als LMIV bekannt, verlangt die Angabe der 14 Hauptallergene auch für lose Ware — also für jedes Gericht im Gastraum. Die LMIDV verlangt dazu eine schriftliche Dokumentation; mündlich informieren darfst du nur, wenn die Aufzeichnung auf Nachfrage vorliegt und ein Hinweis darauf im Betrieb steht. Eine digitale Karte ist der einfachste Ort im Haus, um das aktuell zu halten.

Setz die Kennzeichnung ans einzelne Gericht statt in eine Fußnote mit Ziffern. Auf Papier funktionieren Fußnoten, weil das Auge die ganze Seite hält; auf dem Handy liegt die Legende drei Scrolls von dem Gericht entfernt, das sie erklärt. Bei yourmenu.app hängen alle 14 EU-Allergene plus Hinweise für vegetarisch, vegan und glutenfrei am jeweiligen Gericht, und die Allergenkennzeichnung steckt im kostenlosen Tarif. Aktualisiere sie an dem Tag, an dem ein Lieferant wechselt, nicht am Monatsende.

Übersetzen — und danach laut lesen

Eine wörtlich übersetzte Karte ist oft schlimmer als gar keine. Die Namen der Gerichte sollten meistens stehen bleiben: Rösti bleibt Rösti, Paella bleibt Paella, und eine kurze Erklärzeile bringt mehr als ein englischer Name, den niemand benutzt. Übersetzt gehören die Beschreibungen, die Allergenhinweise und die Rubriktitel.

KI-Übersetzungen liefern schnell eine vollständige, lesbare Karte, und bei yourmenu.app bleibt jeder Textbaustein von Hand nachjustierbar — du korrigierst die zwanzig Namen, auf die es ankommt, und lässt den Rest stehen. KI-Übersetzungen gehören zu Premium. Egal welches Werkzeug du nimmst: Lass die fertige Karte einmal von jemandem lesen, der die Sprache wirklich spricht. Die peinlichen Fehler stecken nie in der Grammatik.

Druckqualität: Tipps für die QR-Speisekarte, damit der erste Scan sitzt

Jetzt zum Code selbst. Gescheiterte Scans haben fast immer vier Ursachen: Größe, Kontrast, Spiegelung und die Ruhezone.

  • Größe: Scan-Abstand geteilt durch zehn ist das Minimum. Ein Tischaufsteller aus 25 cm braucht 2,5 cm Code, ein Fensterplakat aus einem Meter braucht 10 cm. Im Zweifel größer drucken.
  • Kontrast: dunkler Code auf hellem Grund, am besten Schwarz auf Weiß. Invertierte oder blasse Codes scheitern an älteren Handykameras.
  • Ruhezone: rundherum Freiraum lassen. Keine Grafik, kein Text, nichts, was den Rand berührt.
  • Oberfläche: matt laminieren statt glänzend. Spiegelung von Deckenstrahler oder Kerze ist der häufigste Grund, warum ein Gast aufgibt.
  • Sitzt ein Logo in der Mitte, braucht der Code eine hohe Fehlerkorrektur, damit er trotzdem auflöst.
  • Lieber ein Code pro Sitzplatz als einer pro Tisch — und den Kurzlink darunter drucken, für alle, die lieber tippen.

Eines solltest du prüfen, bevor irgendetwas in den Druck geht: was der Code überhaupt enthält. Bei yourmenu.app steckt ein dauerhafter Kurzlink im Code, nicht die Adresse der Karte. Du kannst die Karte umbenennen, neu gestalten oder auf eine eigene Domain umziehen — die gedruckten Codes funktionieren weiter. Codes, die direkt die URL enthalten, sterben bei so einer Änderung, und du erfährst es vom Gast, nicht vom Dashboard.

Vor dem Service testen, nicht mittendrin

  • Scanne im Sitzen am dunkelsten Tisch, mit brennender Kerze.
  • Öffne die Karte auf einem alten günstigen Android und auf einem neuen iPhone.
  • Teste mit einem Balken Mobilfunk, nicht im Büro-WLAN.
  • Gib dein Handy jemandem, der die Karte nie gesehen hat, und stopp die Zeit bis zum ersten vegetarischen Hauptgericht. Über dreißig Sekunden heißt: Die Struktur stimmt nicht.
  • Markiere ein Gericht als ausverkauft und prüfe, dass es in der Gästeansicht sofort ausgegraut ist, bevor du dich mitten im Service darauf verlässt.

Mit Scan-Daten messen

Läuft die Karte, zeigen dir die Scan-Statistiken, wie viele Gäste gescannt haben, ungefähr wo und wann — eine Premium-Funktion und die einzige ehrliche Rückmeldung, die du bekommst. Bringen die Aufsteller auf der Terrasse nur ein Drittel der Scans der Innentische, stehen sie falsch oder spiegeln. Steigen die Scans schon vor der Öffnung, verdient das Fensterplakat einen größeren Code. Eine stille Schicht heißt: Im Raum scheitert etwas, ohne dass jemand ein Wort sagt.

Nichts davon ist ein einmaliges Projekt. Karten driften: Preise ändern sich, Lieferanten wechseln, die Fotos sehen irgendwann nach letztem Sommer aus. Der Vorteil einer digitalen Karte ist, dass jede Korrektur eine Minute am Handy dauert und vor dem nächsten Scan live ist. Die erste Version baust du kostenlos — eine komplette Karte, dauerhafter QR-Code, Allergenkennzeichnung und sofortige Updates, ohne Kreditkarte.

QR-Speisekarte gestalten: eine Karte, die Gäste wirklich lesen — yourmenu.app